Karmeliterkloster in Prag
Das Karmeliterkloster in Prag ist eine der Sehenswürdigkeiten in Tschechien, die als Geheimtipp gehandelt werden. Das Besondere an diesem Kloster ist das Prager Jesulein.
Es handelt sich dabei um eine Figur, eine Statue, die das Jesuskind im Alter von drei Jahren darstellen soll. Diese Kind – Jesu – Statue hat eine besondere Bewandtnis. Die etwa 45 cm große Figur aus Wachs. Schon im 16. Jahrhundert wurde sie von einem unbekannten Künstler geschaffen und kam in den Besitz einer Privatfamilie in Spanien. Als Maria, eine Tochter der Familie 1556 den böhmischen Adligen Wratislaw von Pernstein heiratete und ihm nach Prag folgte, erhielt sie das wertvolle Familienerbstück als Hochzeitsgeschenk zum Andenken mit. Maria war Zeit ihres Lebens von Heimweh geplagt und führte überdies eine unglückliche Ehe. Die Statue gab der Frau über viele Jahrzehnte Halt. Nach ihrem Tod schenkte ihre Tochter irgendwann das Prager Jesulein dem Karmeliterkloster. Seitdem wird die Jesuskindstatue verehrt und ist das Ziel von vielen Wallfahrern. Jedes Jahr an Christi Himmelfahrt wird dem Kind gehuldigt. Seit 1993 ist die Verehrung des Jesuskindes sogar von dem zuständigen Kardinal angeordnet. Die Figur wird je nach Abschnitt des Kirchenjahres oder auch zu bestimmten Anlässen mit den passenden Kleidern angezogen. Die Garderobe hat einen sagenhaften Umfang von etwa 70 unterschiedlichen Kleidern. Das älteste davon stammt schon aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Viele der Kleider sind aus wertvollen Stoffen und sind schon für sich allein kleine Kunstwerke. Heute kann man überall in Prag in den Souvenirläden ein kleines Abbild dieser Statue, ein kleines Figürchen erstehen. Als Mitbringsel oder als Andenken sind diese Nachbildungen sehr beliebt.