Hradschin

Die Prager Burg ist wohl der Anziehungspunkt Nummer eins unter den Touristen, die Prag besuchen. Es hat sich eingebürgert, die Burg „Hradschin“ zu nennen. Genau genommen ist das nicht richtig, denn so heißt der Hügel, auf dem die Burg steht, sowie der angrenzende Stadtteil. Dieser Stadtteil Hradschin blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück. Gegründet wurde die Ansiedelung bereits 1320. Im Laufe der folgenden zwei Jahrhunderte vergrößerte sich das Stadtgebiet und wurde unter Karl VI. sogar in das Gebiet der Kleinseite mit integriert. Im Mittelalter geschah es leider oft, dass Städte von verheerenden Bränden heimgesucht wurden, so erging es auch dem Stadtteil Hradschin im Jahr 1541. Aber bei aller menschlichen Tragik, die damit in Zusammenhang steht, entstand im nachhinein betrachtet rein städtebaulich eine Möglichkeit, Neues zu schaffen. So wurden Paläste und Residenzen geschaffen, welche die Stadt erheblich aufwerteten. Die Stadt Hradschin wurde daraufhin zur königlichen Stadt geadelt. Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Prag ist im Stadtteil Hradschin zu finden: Loreto. Als Loreto werden Wallfahrtsorte für katholische Gläubige bezeichnet, die alle einer bestimmten Geschichte zugehörig sind. Es handelt sich um die Nachbildung des Santa Casa, des Heiligen Hauses, welches in Italien, im Ort Loreto steht. Dieses Häuschen wurde der Legende nach durch Engelshand aus Palästina nach Italien transferiert. Es soll sich um genau das Gebäude handeln, im welchem der Erzengel Gabriel der Jungfrau Maria die Geburt Jesu ankündigte. Im Prager Loreto sind heute diverse Kunstsammlungen zu finden. Unter anderem ist die Monstranz zu bewundern, welche durch ihre Pracht weltberühmt geworden ist.

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