Burg Grabstein
Tschechien gilt als das Land der Burgen und Schlösser. Wenn man durch das Land reist, entdeckt man immer wieder interessante und romantische Beispiele dafür, welche den Beinamen rechtfertigen. Burg Grabstein ist eines davon, und zwar ein besonders beeindruckendes. Die mehr als 800 Jahre alte Burg war im Mittelalter immer wieder in die damaligen politischen Wirren verwickelt. Im 15. Jahrhundert beunruhigten die Hussitenkriege das Land, und davon war auch die Burg Grabstein betroffen. Immer wieder wurde die Burganlage belagert, aber die starken Wehranlagen haben sich bewährt und die Gegner konnten der Burg und deren Bewohnern nichts anhaben. Auch im darauf folgenden Jahrhundert blieb das Glück den Burgherren gewogen. Allerdings wurden diese, die Burgherren durch einen ganz anderen Gegner bezwungen: wegen untilgbaren Schulden mussten die damaligen Besitzer in der Mitte des 16. Jahrhunderts die Burg verkaufen. Der neue Burgherr ließ die Anlage zu einer prächtigen Residenz im Renaissance Stil umbauen, und dieser Charakter blieb bis heute erhalten. Aber auch dieser musste wegen Geldmangels die Burg wieder verkaufen und so ging es über die Jahrhunderte hindurch immer wieder. Aber jeder neue Besitzer fügte wieder einen Teil hinzu oder sorgte durch Renovierungsarbeiten dafür, dass die Burg Grabstein immer prächtiger wurde, bzw. die Pracht erhalten blieb. Der letzte private Besitzer starb im Jahr 1930. Bis heute ist dieses Kulturdenkmal zwar ein imposantes Zeugnis der Vergangenheit, jedoch bräuchte es in dieser gegenwärtigen Zeit wieder eine Erneuerung bzw. Renovierung, um die Baufälligkeit aufzuhalten. Dennoch lohnt ein Besuch, denn die Burg Grabstein ist durchaus eine Sehenswürdigkeit in Tschechien.