Böhmerwald
Entlang der tschechisch-deutschen-österreichischen Grenze verläuft der Bergkamm, der Böhmerwald genannt wird. Geographisch bildet er auch die Wasserscheide des Donau- Moldaugebietes. Geologisch betrachtet stellt der Böhmerwald zwar ein einziges zusammenhängendes Gebirge dar, aber durch die politischen Gegebenheiten unterteilt er sich in verschiedene Abschnitte. Auf tschechischer Seite wird das Gebiet Böhmerwald genannt. In Deutschland bzw. Bayern stellt der Bayrische Wald einen Teil des Böhmerwaldes dar und im Mühlviertel Österreichs nennt man das Gebiet wieder Böhmerwald. Die höchste Erhebung liegt auf deutscher Seite, der Große Arber ist mit seinen 1456 Metern der höchste Berg des Bayrischen Waldes und des Böhmerwaldes. Wovon lebten die Menschen dort? Schon seit vielen Jahrhunderten, bereits im Mittelalter war die Glasherstellung ein wichtiger Bestandteil der wirtschaftlichen Bedeutung. Das ist bis heute so geblieben. Böhmisches Glas ist in aller Welt bekannt und begehrt. Zeitweise hat das böhmische Glas sogar dem Glas aus Murano den Rang ablaufen. Noch heute haben die Glashütten dieser Region solch einen guten Ruf, dass sich dort Glasbläser ausbilden lassen, bevor sie an anderen Orten ihrem Handwerk nachgehen. Einige Gläsbläsereien kann man übrigens besichtigen. Es lohnt sich sicherlich, den Glasbläsern bei ihrer Arbeit zuzusehen. Ein weiterer Bestandteil der wirtschaftlichen Bedeutung ist natürlich die Holzgewinnung. Heute ist ein großer Teil des Gebietes ein faszinierendes Naturschutzgebiet. Wer nach dem Besichtigen von wichtigen Sehenswürdigkeiten in Tschechien Sehnsucht nach unberührter Natur hat, sollte sich ein paar Tage Zeit nehmen und wandern gehen. Wer Glück hat, kann sogar einen Luchs erspähen, denn mittlerweile leben die seltenen Tiere dort wieder in freier Wildbahn.