Geschichte der Malediven

Die Malediven, eine Inselgruppe von zweitausend bewohnten und unbewohnten Koralleninseln im Indischen Ozean, besitzen eine wechselvolle Geschichte, die weit über das Jahr ihrer ersten schriftlichen Erwähnung zurückgeht. Funde des buddhistischen Kulturkreises deuten auf eine Erstbesiedlung durch Singhalesen hin. Später ließen sich, auf dem Weg nach Ceylon gestrandete Araber auf den Inseln nieder. Die älteste überlieferte schriftliche Erwähnung der Malediven stammt aus dem Jahr 1153, dem Jahr der Annahme des islamischen Glaubens durch die Malediver. Die ab diesem Zeitpunkt schriftlich geführte Chronik der islamischen Sultane reicht bis in das Jahr 1968 und liefert interessante Aussagen zu über 815 Jahren maledivischer Geschichte. Diese Geschichte ist eng mit der Geschichte einiger führender europäischer Seefahrernationen verbunden, die ihr Augenmerk u.a. auf Ceylon gerichtet hatten. Nachdem die Portugiesen durch Sultan Hassan IX. 1558 zu Hilfe gerufen wurden, um aufständische Malediver zu bekämpfen, begann die portugiesische Besatzungszeit. Sie war mit tiefen Eingriffen in das Leben der Maledivenbewohner verbunden. In dem Anliegen, die maledivische Bevölkerung zum Christentum zu bekehren, zerstörten die Portugiesen alle Moscheen und errichteten im Gegenzug Kirchen. Dies stieß unter den Einheimischen auf erbitterten Widerstand, der 1573 zur Vertreibung der Besatzer führte. Im 17. Jahrhundert richteten die Holländer ihr Augenmerk auf die maledivische Inselgruppe. Vorherrschend am Handel interessiert, kam es zum Abschluss eines holländisch-maledivischen Handelsvertrages, der einem losen Tributverhältnis glich. Nachdem 1802 die Engländer Ceylon übernommen hatten, wurden die Malediven 1887 britisches Protektorat. Nach der Ausrufung der vollständigen Unabhängigkeit Malediviens am 26.07.1965, ist der Inselstaat von 1968 bis heute eine präsidiale Republik mit parlamentarischen Ansätzen.

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