Wat Phou - Tempel der Khmer
Wat Phou oder Pakse, wie die Stadt heute genannt wird, ist eine lebhafte Handelsstadt im Süden von Laos, die zur Zeit der französischen Kolonialherrschaft Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts erbaut wurde. Gerade die französische Architektur in der exotischen Umgebung Südostasiens verleiht der Stadt ein einzigartiges Flair. Die belebten Märkte, auf denen alle Erzeugnisse des Landes feilgeboten werden, sind allein schon ein Augenschmaus. Von Pakse aus werden Ausflüge in die Umgebung angeboten, die interessante Einblicke in die Arbeit auf Kaffeeplantagen und das Leben der dörflichen Bevölkerung versprechen.
Doch die eigentliche Sehenswürdigkeit der Stadt liegen im alten Wat Phou selbst, dem geheimnisvollen Tempel der Khmer, dessen Ursprung bis in die Zeit des 5. Jahrhunderts zurückgeht. Die vorhandenen Reste der gewaltigen hinduistischen Tempelanlage stammen etwa aus dem 7. Jahrhundert und legen selbst als Relikte des einstigen Bauwerks heute noch Zeugnis ab von der detailgetreuen Handwerkskunst vergangener Völker. Ein Opferstein in der Form eines Krokodils lässt vermuten, dass in der dem Gott Shiva geweihten Stätte Menschenopfer dargebracht wurden. Auch Fragmente von Elefanten und Lingam-Symbole bekräftigen diese Annahme. Nicht weit von diesen Darstellungen entfernt, sind an Außenreliefs und Türstöcken gut erhaltene Buddhafiguren erkennbar, was auf eine spätere Umwidmung des Tempels schließen lässt.
Die Anlage von Wat Phou erstreckt sich von den Ebenen des Mekong bis zur den Anhöhen hinauf. Dabei werden die Höhenunterschiede der verschiedenen Plateaus immer wieder durch unzählige Treppenstufen ausgeglichen. Die oberste Ebene der Tempelanlage war zugleich das höchste Heiligtum, was man bei einem Blick von dieser Anhöhe auf den Mekong hinunter durchaus nachvollziehen kann.