Rostock
Die bekannte Hansestadt, welche die älteste Universitätsstadt in Nordeuropa ist, beginnt Ihre Universitätsgeschichte mit dessen Gründung durch den Herzögen Johann IV. und Albrecht V. von Mecklenburg 1419. Sie war die erste Universität Norddeutschlands und des gesamten Ostseeraumes. Zu Anfang bestehend aus einer juristischen, medizinischen und der Facultas artium (Der so genannte Vorläufer vieler geisteswissenschaftlicher und mathematischer Fakultäten), ist die Universität zunächst ohne die übliche theologische Fakultät. Dieser Bereich kam erst 1432 dazu.
Mit 400 bis 500 Studenten vorwiegend aus Skandinavien, Holland und dem Baltikum war die Universität im 15. Jahrhundert eine der größten Deutschlands. Im Jahre 1437 musste die Universität durch politische Wirren und Druck durch die Kirche unter Vorgabe eines Interdikts (Einstellung von gottesdienstlichen Handlungen als Strafe für ein Vergehen gegen das Kirchenrecht) nach Greifswald umziehen. Trotz dessen, das Interdikt bereits 1440 aufgehoben wurde, hielt dieser Zustand bis 1443 an. Danach befand sich der Sitz der Universität in der Hansestadt Lübeck von 1487 bis 1488 (nach nicht manifestierbaren Aussagen sogar bis 1492). 1542 wurde die Universität protestantisch und wurde 1760 aufgeteilt in eine rätliche Universität Rostock und eine fürstliche Universität in Bützow welche 1789 wiedervereinigt wurde. Für die Studenten und Mitarbeiter war die wichtigste Einrichtung die bereits schon 1569 gegründete Universitätsbibliothek, welche aus dem Universitätsarchiv, der Kustodie, dem Patent- und Normenzentrum, der drei Bereichsbibliotheken und der 10 Fachbibliotheken besteht. Die Universität Rostock war eine von 4 Universitäten welche eine führende gutachterliche Universität während der Hexenprozesse war. Durch einen Ausbau ende des 19. Jahrhunderts, erreichte sie wieder Anschluss an die anderen deutschen Universitäten, wobei das Hauptgebäude vom Schweriner Hofbaurat Hermann Willebrand 1866 bis 1870 im Neorenaissance Stil entworfen wurde.
Das „Deutsch-Philologische Seminar“ ist die erst gegründete akademische Einrichtung Deutschland, welche sich 1858 mit Germanistik beschäftigte. Heute ist diese ein Institut für Germanistik. 1946 nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Universität wiedereröffnet und hatte bis 1963 auch eine Arbeiter- und Bauernfakultät „Ernst Thälmann“. 1950 und 1951 wurde eine landwirtschaftliche Fakultät und ein Fachbereich für Schiffbau eröffnet, welche ab 1963 Technische Fakultät hieß. Die in Dresden ansässige Fakultät für Luftfahrtwesen, wurde ebenfalls 1952 in der Universität Rostock gegründet, die jedoch ein Jahr später nach Dresden verlegt wurde. Die Ingenieurökonomische Fakultät kam 1963 hinzu. In „Wilhelm-Pieck-Universität“ 1976 umbenannt, wird 1990 die Rückbenennung in die Universität Rostock vorgenommen.