Kassel
Die an der Fulda gelegene Stadt ist die historische Hauptstadt von Hessen. Sie hat einiges an bauwerklichen Sehenswürdigkeiten zu bieten und zahlreiche Museen, wie das Fridericianum. Dieses Gebäude auch wenn es nicht das erste öffentliche Museum war, ist aber doch, das erste Gebäude welches von Anfang an als Museumskomplex konzipiert wurde und war eines ersten öffentlichen Museen auf dem europäischen Kontinent. Es beherbergte die fürstliche Bibliothek und die vom hessischen Landgrafen gesammelten Kunstgegenstände. Von 1810 bis 1813 war das Fridericianum der Ständepalast mit Parlamentssaal des Königreiches Westfalen.
In über zehn Jahren, durch schwierigen Untergrund und steilen Gefälle immer wieder verzögert, wurde das Fridericianum von 1769 bis 1779 durch den Architekten Simon Louis du Ry erbaut. Es zählt neben dem Wörlitzer Schloss zum ersten klassizistischen Bau Deutschland. Gemäß den Plänen von Simon du Ry wurde der 1300 errichtete Zwehrenturm umgebaut und mit dem Museum verbunden. Der Zwehrenturm war ein Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung Kassels und trägt ein aus 1554 Wappenstein und eine Sonnenuhr aus dem 18. Jahrhundert, welche mit Kurven von Sternbildern, Monaten und den römischen Stundenzahlen gemalt ist.
Die symmetrische Dreiflügelanlage, welche aus dem Vorderbau von der Platzfront eine Länge von fast 80 Metern bildet und durch 19 Achsen gegliedert wird, die Fond von einem Porikus geprägt und sechs ionischen Säulen getragenen wobei die Fassade durch ionische Pilaster gegliedert wird, wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, aber Äußerlich wiederhergestellt. Im gleichen Zuge wurde das ursprüngliche durch den Zweiten Weltkrieg ausgebrannte Gebäude mit nur zwei Geschossen, komplett entkernt und neu mit drei Geschossen ausgebaut. Aller fünf Jahre Mittelpunkt der documenta und ein Ausstellungsort für moderne Kunst, ist das Museum heute ein wichtiger Anziehungspunkt für junge Künstler, welche hier gefördert werden.