Frauenkirche Dresden
Nicht alle bekannten Bauwerke in Dresden gehören in das Barock-Zeitalter. So hatte auch die barocke Frauenkirche einen „Vorgänger“, die Marienkirche, die bereits 1366 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Der Bau der neuen Frauenkirche entstand aus dem Problem, dass die alte Marienkirche zu klein geworden war. Die Stadt Dresden wuchs über ihre mittelalterlichen Grenzen hinaus. So begann bereits 1722 die Planung für den Neubau. Beauftrag wurde George Bähr, die Grundsteinlegung erfolgte 1726, die Weihe fand 1734 statt. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt nur der Innenraum fertig. Weder die „Steinerne Glocke“, die heute das Erscheinungsbild prägt, noch der Altar waren vollendet und auch die Orgel fehlte. Bereits damals waren bautechnische und finanzielle Streitigkeiten auf der politischen Tagesordnung. Weder Bähr noch der Kurfürst und König August der Starke erlebten die Vollendung der steinernen Kuppel. Erst 1743 wurde die Frauenkirche endgültig fertig gestellt. Interessant ist ein viel später entdeckter Fakt, der Bähr wohl schlaflose Nächte bereitet hätte. Statische Untersuchungen von 1938 wiesen Bährs Irrtum nach, dass sich die Last der Kirchenkuppel auf die Außenmauern verteilen würde. Die gesamte Last lag auf den Kirchenpfeilern und war viel zu hoch. Diese Tatsache machte umfangreiche Sicherungsarbeiten notwendig. Zwar überstand die Frauenkirche die Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 ohne bedeutende Schäden, der Funkenflug der brennenden Stadt aber dringt durch die zerbrochenen Fensterscheiben ein und setzt die Kirche in Brand. Das Feuer breitet sich auch in die Katakomben aus, wo es eingelagertes Filmmaterial in Brand setzte. Die gewaltige Hitze der Filmdosen ließ die Kirche regelrecht von innen ausglühen. Am 15. Februar 1945 bricht die Kirche in sich zusammen. Der Wiederaufbau der Frauenkirche erfolgte seit den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts, die Fertigstellung im Jahr 2005.