Knochenkirche Kutna Hora
Mittwoch, 18. Juni 2008Nicht weit von Prag entfernt liegt die Stadt Kutna Hora, die mit ihrem historischen Stadtbild eine besondere Sehenswürdigkeit in Tschechien darstellt. Die Altstadt wurde sogar in das Verzeichnis der Unesco als Weltkulturerbe aufgenommen. Alleine die Besichtigung der Altstadt wäre schon eine Reise dorthin wert. Aber Kutna Hora hat noch mehr zu bieten, sogar etwas ganz Besonderes und Außergewöhnliches. Die Knochenkirche. Wie der Name vermuten lässt, sind in der Ausstattung der Kirche Knochen, menschliche Gebeine verwendet worden. Die Gebeine von etwa 40.000Menschen sind hier im Innenraum einer kleinen Kapelle verarbeitet. Ob in Kronleuchtern oder als Glocken, überall wo man hinschaut sind Menschenknochen in filigraner Handarbeit als Material verwendet worden. Sogar die Utensilien, die für einen katholischen Gottesdienst benötigt werden sind aus Menschenknochen geschaffen. Gottesdienste werden in der Kirche heute allerdings keine mehr abgehalten. Die Gebeine stammen von Verstorbenen, welche an der Stelle begraben worden waren, wo heute die Kirche steht. Den Besucher gruselt es sicher schon ein wenig, wenn er bei einer Besichtigung der außergewöhnlichen Sehenswürdigkeit lauter Schädel und Gebeine sieht, und wenn ihm klar wird, dass alles, was es dort zu bewundern gibt, tatsächlich aus Menschenknochenmaterial hergestellt wurde. Dem aufmerksamen Besucher wird es allerdings auch nicht entgehen, dass das Gebäude Anzeichen von Baufälligkeiten aufweist. Es wird sicherlich in den nächsten Jahren notwendig werden, die Kirche zu restaurieren. Es bleibt zu hoffen, dass genügend finanzielle Mittel aufgewendet werden können, um die Restauration fachgerecht durchführen zu lassen. Auch um die Gebeine und die Kunstwerke daraus muss man sich Sorgen machen, denn einige Kreationen sind so filigran und zerbrechlich, dass sie mit der nötigen Umsicht behandelt werden müssen.