Archiv für die Kategorie ‘Tschechien’

Böhmerwald

Mittwoch, 18. Juni 2008

Entlang der tschechisch-deutschen-österreichischen Grenze verläuft der Bergkamm, der Böhmerwald genannt wird. Geographisch bildet er auch die Wasserscheide des Donau- Moldaugebietes. Geologisch betrachtet stellt der Böhmerwald zwar ein einziges zusammenhängendes Gebirge dar, aber durch die politischen Gegebenheiten unterteilt er sich in verschiedene Abschnitte. Auf tschechischer Seite wird das Gebiet Böhmerwald genannt. In Deutschland bzw. Bayern stellt der Bayrische Wald einen Teil des Böhmerwaldes dar und im Mühlviertel Österreichs nennt man das Gebiet wieder Böhmerwald. Die höchste Erhebung liegt auf deutscher Seite, der Große Arber ist mit seinen 1456 Metern der höchste Berg des Bayrischen Waldes und des Böhmerwaldes. Wovon lebten die Menschen dort? Schon seit vielen Jahrhunderten, bereits im Mittelalter war die Glasherstellung ein wichtiger Bestandteil der wirtschaftlichen Bedeutung. Das ist bis heute so geblieben. Böhmisches Glas ist in aller Welt bekannt und begehrt. Zeitweise hat das böhmische Glas sogar dem Glas aus Murano den Rang ablaufen. Noch heute haben die Glashütten dieser Region solch einen guten Ruf, dass sich dort Glasbläser ausbilden lassen, bevor sie an anderen Orten ihrem Handwerk nachgehen. Einige Gläsbläsereien kann man übrigens besichtigen. Es lohnt sich sicherlich, den Glasbläsern bei ihrer Arbeit zuzusehen. Ein weiterer Bestandteil der wirtschaftlichen Bedeutung ist natürlich die Holzgewinnung. Heute ist ein großer Teil des Gebietes ein faszinierendes Naturschutzgebiet. Wer nach dem Besichtigen von wichtigen Sehenswürdigkeiten in Tschechien Sehnsucht nach unberührter Natur hat, sollte sich ein paar Tage Zeit nehmen und wandern gehen. Wer Glück hat, kann sogar einen Luchs erspähen, denn mittlerweile leben die seltenen Tiere dort wieder in freier Wildbahn.

Brauereimuseum Pilsen

Mittwoch, 18. Juni 2008

Die tschechische Stadt Pilsen hat weitaus mehr zu bieten, als es der Name vermuten lässt. Viele Sehenswürdigkeiten hat die Stadt zu bieten. Dennoch lohnt es sich auch, sich mit dem zu beschäftigen, was man hinter Pilsen vermutet: dem Bier und deren Herstellung. Dazu besucht man am besten das Brauereimuseum in Pilsen, dort kann man nähere Informationen dazu auf unterhaltsame Art erhalten.  Anlässlich des 100. Geburtstags des Bieres Pilsner Urquell wurde das Museum im Jahr 1959 eröffnet und steht seither dem interessierten Besucher zur Verfügung. Die Geschichte des Brauwesens von der Antike bis zur Gegenwart ist Thema dieses überaus informativen Museums. Der Gedanke, der hinter der Idee steckt, ein Museum über die Braukunst zu schaffen, ist der, das Wesen der Brauerei zu erfassen und der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Die Braukunst ist schon ein sehr altes Handwerk, das durch neue Technologien im Laufe der vielen Jahrhunderte immer wieder verbessert und ergänzt wurde. Der Beruf des Brauers ist bis heute ein angesehener Beruf. Viele private Brauereien betreiben eigene Gaststätten. Diese Brauereigaststätten sind meistens bei den Gästen sehr beliebt, denn einem alten Spruch zufolge, gibt es dort gutes Essen, wo gutes Bier gebraut wird. Das gilt für Tschechien ganz besonders, denn die böhmische Küche ist weit über ihre Grenzen hinaus bekannt und beliebt. Wo der Gast gut essen und trinken kann, fühlt er sich wohl und kommt immer wieder. Pilsen ist so ein Reiseziel, das die Touristen mit seinen Sehenswürdigkeiten immer wieder anlockt. Ein informativer und unterhaltsamer Besuch des Brauereimuseums wertet einen solchen Besuch mit Sicherheit auf.

Burg Grabstein

Mittwoch, 18. Juni 2008

Tschechien gilt als das Land der Burgen und Schlösser. Wenn man durch das Land reist, entdeckt man immer wieder interessante und romantische Beispiele dafür, welche den Beinamen rechtfertigen.  Burg Grabstein ist eines davon, und zwar ein besonders beeindruckendes. Die mehr als 800 Jahre alte Burg war im Mittelalter immer wieder in die damaligen politischen Wirren verwickelt. Im 15. Jahrhundert beunruhigten die Hussitenkriege das Land, und davon war auch die Burg Grabstein betroffen. Immer wieder wurde die Burganlage belagert, aber die starken Wehranlagen haben sich bewährt und die Gegner konnten der Burg und deren Bewohnern nichts anhaben. Auch im darauf folgenden Jahrhundert blieb das Glück den Burgherren gewogen. Allerdings wurden diese, die Burgherren durch einen ganz anderen Gegner bezwungen: wegen untilgbaren Schulden mussten die damaligen Besitzer in der Mitte des 16. Jahrhunderts die Burg verkaufen. Der neue Burgherr ließ die Anlage zu einer prächtigen Residenz im Renaissance Stil umbauen, und dieser Charakter blieb bis heute erhalten. Aber auch dieser musste wegen Geldmangels die Burg wieder verkaufen und so ging es über die Jahrhunderte hindurch immer wieder. Aber jeder neue Besitzer fügte wieder einen Teil hinzu oder sorgte durch Renovierungsarbeiten dafür, dass die Burg Grabstein immer prächtiger wurde, bzw. die Pracht erhalten blieb. Der letzte private Besitzer starb im Jahr 1930. Bis heute ist dieses Kulturdenkmal zwar ein imposantes Zeugnis der Vergangenheit, jedoch bräuchte es in dieser gegenwärtigen Zeit wieder eine Erneuerung bzw. Renovierung, um die Baufälligkeit aufzuhalten. Dennoch lohnt ein Besuch, denn die Burg Grabstein ist durchaus eine Sehenswürdigkeit in Tschechien.

Burg Karlstein

Mittwoch, 18. Juni 2008

Unter den böhmischen Burgen ist eine ganz besonders herausragend: die Burg Karlstein. Sie hatte schon mit ihrer Gründung 1348 eine ganz besondere Bedeutung, wurde sie doch von  Karl IV. extra gebaut zur Aufbewahrung der königlichen Schätze und der Reichskleinodien. Auch heilige Reliquien sollten dort untergebracht werden.  Der Kaiser selbst hat auch immer wieder einige Jahre dort verbracht, so ist die Burg eine der wenigen, die von ihrem Gründer auch wirklich zumindest zeitweise selbst bewohnt wurde. Die Burg wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder umgebaut und ergänzt, bis sie ihr heutiges Aussehen erreichte. Einige wichtige Sehenswürdigkeiten blieben jedoch erhalten. Ganz besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang der einzigartige Wandschmuck aus dem 14. Jahrhundert.  Die 129 Teile umfassende Tafelgemäldesammlung ist wohl einzigartig in Europa. Desweiteren ist noch ein besonders ausgefallener Brunnenturm zu entdecken. Da es in der Burg so viele wertvolle Kunstschätze gibt, kann Burg Karlstein nur in der Gruppe mit einem geschulten Führer besichtigt werden. Das hat aber auch den Vorteil, dass man alle Besonderheiten der Burg, sowie ihre Schönheiten und Schätze gezeigt und erklärt bekommt. Die Führer beantworten eventuell auftretende Fragen gerne und ausführlich. Für größere Gruppen empfiehlt es sich, vorher eine Führung zu reservieren. Die Burg Karlstein hat für die Geschichte Tschechiens eine große Bedeutung und durch die heute ausgestellten Kunstschätze erfährt sie noch einen weiteren Zuwachs an Bedeutung. Daher hat die Burg eine große Anziehungskraft auf Touristen und zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigskeiten in Tschechien. Ein Besuch der Burg einzuplanen ist sicherlich kein Fehler und wird durch bleibende Erinnerungen belohnt.

Burgen und Schlösser

Mittwoch, 18. Juni 2008

Tschechien wird oft das Land der Burgen und Schlösser genannt. Wenn man bedenkt, dass es tatsächlich mehr als 2000 Burgen und Schlösser in Tschechien gibt, ist diese Bezeichnung wohl mehr als zutreffend. Einige von ihnen stehen sogar auf der Liste der Unesco und gelten damit als Weltkulturerbe. Eine Reise durch Tschechien wird durch die Besichtigung eines oder mehrerer dieser kultureller Schätze sicherlich noch interessanter. Aber selbst wenn man nicht jede Burg oder jedes Schloss besichtigt, das man unterwegs entdeckt – alleine der Anblick der historischen Gebäude in der böhmischen Landschaft ist ein romantisches Erlebnis. Wenn man doch eines der Schlösser besichtigen möchte, ist Schloss Libochovice zu empfehlen, das neben der frühbarocken Bauweise durch einen herrlich angelegten Schlossgarten begeistert. Es beherbergt außerdem Kunstsammlungen, die jeden Kenner in den Bann ziehen werden. Um nur ein weiteres sehenswertes Schloss zu nennen, das zur Besichtigung einlädt: Schloss Königswart in der Nähe von Marienbad. Während man in Marienbad etwas für die Gesundheit tun kann, lohnt sich von dort aus einen Tagesausflug zum Schloss Königswart zu unternehmen. Es ist eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten in Tschechien. Das Schloss hat in der Vergangenheit viel geschichtlich wichtige Personen gesehen. Fürst Metternich ließ es im 17. Jahrhundert bauen und anschließend hat er dafür gesorgt, dass einige einzigartige Sammlungen angelegt wurden. Diese Sammlungen sind heute dort wieder zu besichtigen. Außerdem beherbergt es eine wunderbare Bibliothek und sogar einen Billiardsaal gibt es zu bewundern. Im angegliederten Schlossmuseum gibt es darüber hinaus sehr sehenswerte Exponate, die dem interessierten Besucher einen Einblick in die wechselvolle Geschichte der Region bieten.

Burgruine Hazmburk

Mittwoch, 18. Juni 2008

Wer durch Tschechien reist und dabei auch durch den Böhmerwald fährt, wird sie schon von Weitem sehen: den Berg Hazmburk mit der Burgruine. Das Ensemble gilt als Wahrzeichen des Böhmerwaldes und ist eine ausgesprochen interessante Sehenswürdigkeit in Tschechien. Die Hasenburg, wie die Burgruine in Deutsch genannt wird, wurde bereits im 13. Jahrhundert erbaut. 1335 wurde die Burg von König Johann von Luxemburg an Zbynek Zajic von Waldeck geschenkt. Dieser hatte in seinem Wappen einen Hasen, und damit war der Name der Burg besiegelt. Die Burg wurde in den folgenden Jahren immer wieder Baumaßnahmen unterzogen und Schritt für Schritt prächtig umgebaut. Es entstanden eindrucksvolle Palasbauten, ein neuer Zwinger wurde gebaut, eine Zisterne wurde hinzu gefügt und zu guter Letzt gaben Türme der Burg ihr imposantes Gesamtbild. Zweihundert Jahre später, im 15. Jahrhundert wurden weitere Um- und Anbauten notwendig. Derart aufgebaut und  aufwendig in Stand gehalten,  wurde sie allerdings nach den Hussitenkriegen nicht mehr bewohnt. Leider verfiel sie dadurch im Laufe der folgenden Jahrhunderte und wurde zur Ruine. Als solche kann sie heute besucht und bewundert werden, denn sie ist durchaus eine Besichtigung wert. Durch ihre exponierte Lage alleine schon ist sie interessant. Zusammen mit dem Berg, auf dem sie steht, bietet sie optisch ein unvergleichliches Ensemble. Wer den Aufstieg nicht scheut wird durch eine herrliche Aussicht über den Böhmerwald belohnt, die er sicherlich so schnell nicht vergisst. Der Weg durch die Natur nach oben entschädigt sicherlich für die Mühen des Aufstiegs, welche beim Anblick der herrlichen Aussicht in Vergessenheit geraten.

Hradschin

Mittwoch, 18. Juni 2008

Die Prager Burg ist wohl der Anziehungspunkt Nummer eins unter den Touristen, die Prag besuchen. Es hat sich eingebürgert, die Burg „Hradschin“ zu nennen. Genau genommen ist das nicht richtig, denn so heißt der Hügel, auf dem die Burg steht, sowie der angrenzende Stadtteil. Dieser Stadtteil Hradschin blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück. Gegründet wurde die Ansiedelung bereits 1320. Im Laufe der folgenden zwei Jahrhunderte vergrößerte sich das Stadtgebiet und wurde unter Karl VI. sogar in das Gebiet der Kleinseite mit integriert. Im Mittelalter geschah es leider oft, dass Städte von verheerenden Bränden heimgesucht wurden, so erging es auch dem Stadtteil Hradschin im Jahr 1541. Aber bei aller menschlichen Tragik, die damit in Zusammenhang steht, entstand im nachhinein betrachtet rein städtebaulich eine Möglichkeit, Neues zu schaffen. So wurden Paläste und Residenzen geschaffen, welche die Stadt erheblich aufwerteten. Die Stadt Hradschin wurde daraufhin zur königlichen Stadt geadelt. Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Prag ist im Stadtteil Hradschin zu finden: Loreto. Als Loreto werden Wallfahrtsorte für katholische Gläubige bezeichnet, die alle einer bestimmten Geschichte zugehörig sind. Es handelt sich um die Nachbildung des Santa Casa, des Heiligen Hauses, welches in Italien, im Ort Loreto steht. Dieses Häuschen wurde der Legende nach durch Engelshand aus Palästina nach Italien transferiert. Es soll sich um genau das Gebäude handeln, im welchem der Erzengel Gabriel der Jungfrau Maria die Geburt Jesu ankündigte. Im Prager Loreto sind heute diverse Kunstsammlungen zu finden. Unter anderem ist die Monstranz zu bewundern, welche durch ihre Pracht weltberühmt geworden ist.

Jüdische Denkmäler

Mittwoch, 18. Juni 2008

Wer auf der Suche nach interessanten Sehenswürdigkeiten in Tschechien ist, kommt mit Sicherheit auch mit den Spuren jüdischen Lebens in Berührung. In Tschechien hat sich nämlich über einen Zeitraum von mehr als tausend Jahren eine jüdische Kultur erhalten. Überall im Land kann man deren Spuren finden in Form von Baudenkmälern und vielen anderen Sehenswürdigkeiten. Zum Beispiel gibt es über das ganze Land verteilt mehr als 200 Synagogen, von denen sogar noch drei für Gottesdienste benützt werden. Zwei davon stehen in Prag, die Altneusynagoge und die Jubiläumssynagoge. Wer sich dafür interessiert, wie früher die Juden in Tschechien gelebt haben, sollte nach Trebic, eine Stadt in Mähren, fahren. Dort kann man nämlich sehen, wie die einstigen jüdischen Stadtviertel ausgesehen haben, denn dort wurde das städtebauliche Konzept in der ursprünglichen Form erhalten, einschließlich der beiden Synagogen und sogar der Friedhof besteht noch in der früheren Form. Jüdische Friedhöfe entdeckt man auch in anderen Orten, und wenn sie frei zugänglich sind, sollte man es sich nicht nehmen lassen, einmal über einen solchen Friedhof zu laufen. Wie auch in anderen Zusammenhängen, lässt sich eine fremde Kultur nur dann voll erkennen und erfassen, wenn man sich auch mit der Friedhofskultur vertraut macht. Wer sich noch näher mit der jüdischen Kultur befassen möchte und noch mehr darüber in Erfahrung bringen will, dem sei ein Besuch im Prager Jüdischen Museum angeraten. Dort kann man vieles entdecken und erkunden, was mit dem Leben der Juden zu tun hat. Ein weiteres sehenswertes Museum ist das Ghetto Museum in Terezin (Theresienstadt).

Karlsbrücke in Prag

Mittwoch, 18. Juni 2008

Wer die wunderschöne Stadt Prag besucht, kommt an der Karlsbrücke nicht vorbei. Das gotische Bauwerk verbindet die Altstadt mit der Kleinseite. Bereits im 14. Jahrhundert wurde sie gebaut und schon damals wurde sie auch als Steinerne Brücke bezeichnet. Diesen Namen hört man auch heute noch oft, wenn von der Karlsbrücke die Rede ist. Karl der Fünfte war der Bauherr der Brücke und gab ihr auch den offiziellen Namen. Seit ihrer Errichtung musste die Karlsbrücke schon vielen Fluten stand halten, aber selbst die verheerendste von allen im Jahr 2002 konnte ihr nichts anhaben. Mit ein Grund für ihre Anziehungskraft auf die Touristen sind die mittlerweile dreißig Statuen und Figuren, welche entlang der Brückenlängsseiten aufgereiht sind. Die bekannteste davon, die Statue des Hl. Nepomuk ist wohl auch die begehrteste. Es soll Glück bringen, die Statue zu berühren, und so scharen sich meistens viele Menschen um den Hl. Nepomuk, um die Figur berühren zu können. Die Karlsbrücke ist aber nicht nur eine berühmte Sehenswürdigkeit in Tschechien und in Prag. Vielmehr hat sie sich zum Treffpunkt vieler Künstler entwickelt. Auch Andenken- und Souvenirstände finden sich in Massen. Dazwischen spielen Straßenmusiker auf. Alles zusammen fügt sich zu einem Bild der Ausgelassenheit zusammen. In diesem Flair lassen sich gerne junge Leute auf dem Gehweg nieder und schauen dem Treiben zu. In der Hochsaison wird man mehr über die Brücke geschoben, als dass man flanieren könnte, und in Prag ist praktisch immer Hochsaison. Wer also ungestört die Karlsbrücke genießen möchte, dem sei empfohlen, ihr in den frühen Morgenstunden einen Besuch abzustatten.

Karmeliterkloster in Prag

Mittwoch, 18. Juni 2008

Das Karmeliterkloster in Prag ist eine der Sehenswürdigkeiten in Tschechien, die als Geheimtipp gehandelt werden. Das Besondere an diesem Kloster ist das Prager Jesulein.
Es handelt sich dabei um eine Figur, eine Statue, die das Jesuskind im Alter von drei Jahren darstellen soll. Diese Kind – Jesu – Statue hat eine besondere Bewandtnis. Die etwa 45 cm große Figur aus Wachs. Schon im 16. Jahrhundert wurde sie von einem unbekannten Künstler geschaffen und kam in den Besitz einer Privatfamilie in Spanien. Als Maria, eine Tochter der Familie 1556 den böhmischen Adligen Wratislaw von Pernstein heiratete und ihm nach Prag folgte, erhielt sie das wertvolle Familienerbstück als Hochzeitsgeschenk zum Andenken mit. Maria war Zeit ihres Lebens von Heimweh geplagt und führte überdies eine unglückliche Ehe. Die Statue gab der Frau über viele Jahrzehnte Halt. Nach ihrem Tod schenkte ihre Tochter irgendwann das Prager Jesulein dem Karmeliterkloster. Seitdem wird die Jesuskindstatue verehrt und ist das Ziel von vielen Wallfahrern. Jedes Jahr an Christi Himmelfahrt wird dem Kind gehuldigt. Seit 1993 ist die Verehrung des Jesuskindes sogar von dem zuständigen Kardinal angeordnet. Die Figur wird je nach Abschnitt des Kirchenjahres oder auch zu bestimmten Anlässen mit den passenden Kleidern angezogen. Die Garderobe hat einen sagenhaften Umfang von etwa 70 unterschiedlichen Kleidern. Das älteste davon stammt schon aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Viele der Kleider sind aus wertvollen Stoffen und sind schon für sich allein kleine Kunstwerke. Heute kann man überall in Prag in den Souvenirläden ein kleines Abbild dieser Statue, ein kleines Figürchen erstehen. Als Mitbringsel oder als Andenken sind diese Nachbildungen sehr beliebt.